Die MusikMittelschule Götzis – der Versuch einer Standortbestimmung

Die Erstellung eines Leitbildes war in den vergangen Jahren Aufgabe für fast alle Schulen des Landes. Auch an der Mittelschule Götzis wird immer wieder davon gesprochen, doch so richtig festgeschrieben haben wir es nie. Vielleicht ist dies bereits ein Stück unseres Leitbildes: Wir sind, was wir sind – das müssen wir nicht festschreiben – das müssen wir leben!

Was sind wir? Wir sind einmal die größte Mittelschule des Landes, eine der größten Österreichs. Derzeit führen wir 21 Klassen mit fast 500 Schülerinnen und Schülern. In unserem Haus unterrichten etwa 60 Lehrpersonen.

Seit September 1953 befindet sich die Mittelschule in ihrem Gebäude in der St.-Ulrich-Straße. Seit über 60 Jahren steht unsere Schule mitten im Ort. Diese zentrale Lage der Schule macht bis heute einen Teil ihrer Identität aus. Früher die Haupt- heute die Mittelschule hat sich schon immer als die Schule aller Götznerinnen und Götzner gesehen. Eine Schule für alle sein zu wollen, ist seit jeher Teil unserer Identität.

Das Bewusstsein, dass die Mittelschule ein „Leistungsschule“ sein muss, hat in Götzis immer vorgeherrscht. Unsere Schule soll begabten Kindern eine Basis legen, die sie zum Besuch jeder weiterführenden Schule qualifiziert.

Nicht zuletzt in die Richtung der Förderung besonderer Begabungen ging die Schaffung der Musikhauptschule (heute MusikMittelschule). Im Jahre 1974 entstand in Götzis die zweite Musikhauptschule Österreichs. Seit damals hat dieser Schulzweig nichts von seiner Attraktivität eingebüßt. Aus dem ganzen Bezirk Feldkirch besuchen dürfen für diesen Schulzweig SchülerInnen aufgenommen werden.

Doch genau wie die Begabungsförderung immer eine Rolle gespielt hat, so ist auch das Bemühen um die Lernschwachen stets Teil der Schulphilosophie. Besonders deutlich wird dieses Bemühen in der Mittelschul-Abschlussklasse, die seit dem Schuljahr 1998/99 geführt wird. In dieser Klasse sollen Kinder, die bisher einen „Sonderpädagogischen Förderbedarf“ hatten, durch ein besonders intensives Lernjahr zum Mittelschulabschluss geführt werden.

Auch die schulische Integration von Kinder mit besonderen Lernschwächen ist in Götzis gelebte Realität. Bereits im Schuljahr 2000/01 wurde die erste Integrationsklasse geführt.

Neben der Förderung der intellektuellen Fähigkeiten prägt auch die Ausbildung möglichst umfassender Sozialkompetenz den Schulalltag. Gemeinschaftsfördernde Projekte, Kennenlern-Tage sowie das Fach „soziales Lernen“ sind fixe Bestandteile des Schuljahres.

Auch die Berufsberatung hat an unserer Schule eine Tradition, die weit in die 70er Jahre des vergangen Jahrhunderts zurückführt. Diese Tatsache macht unsere Schule zu einer Pionierschule der Berufsinformation.

Spezielle Interessen zu fördern und zu wecken gehört ebenso zur Tradition der Götzner Mittelschule wie das möglichst breite Angebot an Sportarten. Ein Blick in die „Angebotsliste“ der Freifreifächer und Übungen spricht für sich selbst: Französisch, Spanisch, Italienisch, Blasorchester, Schulchor, Einrad-Artistik, erweiterte Informatik, Fußball, Leichtathletik, Schach, Schulspiel, Volleyball, Sportklettern …

Besonders seit der im Sommer 2009 abgeschlossenen grundlegenden Sanierung und Erweiterung der Schule hat die Mittelschule Götzis alle technischen und räumlichen Voraussetzungen für eine gedeihliche Entwicklung in die Zukunft. Bei allen politischen Diskussionen um die Zukunft der österreichischen Schule hat die Mittelschule Götzis schon längst Position bezogen: Wir sind eine Schule mitten im Ort für alle aus dem Ort!