Abschlussklasse bekommt Besuch vom Weltladen

Seit 15 Jahren gibt es in Götzis einen Weltladen. Im Geschäft am Garnmarkt kümmert er sich um fairen Handel: Das bedeutet faire Entlohnung, faire Arbeitsbedingungen und faire Preise. Die Arbeiter im Weltladen tun dies ehrenamtlich. Der Verkaufsgewinn wird gespendet. 2020 wurden ganz bewusst Coronaprojekte unterstützt, damit Arbeiter, die nicht mehr produzieren durften, ihre Löhne weiter bekommen haben. Auch Coronatests wurden finanziert. 

Die unterstützten Bauern … haben nur wenig Möglichkeiten, ihre Produkte auf den Markt zu bringen. Fair Trade ist eine europäische Organisation, die gemeinnützig (nicht gewinnorientiert) ist. Gemeinnützig bedeutet gut für die Gemeinschaft. Österreich ist seit 1993 dabei.

Aber was ist fairer Handel? Garantierter Mindestpreis, lange Abnahmegarantie, Beratung für die Produkte (Qualität, Export, Zoll) 

Fairtrade unterstützt Kleinbauern, durch die faire Bezahlung ermöglicht es die Organisation, dass die Kinder der Bauern in die Schule gehen können. Schule ist nicht kostenlos! Ausbeuterische Kinderarbeit wird so möglichst vermieden. Wenn sich das Logo auf der Verpackung befindet, sind alle südlichen Produkte fair gehandelt – nicht nur ein kleiner Teil des Produkts. Zusatzstoffe (z.B. Milch) sind die Ausnahme. 

Anhand der Schokolade verfolgten wir den Weg vom Anbau, über die Herstellung bis zur Verkostung. Die Meinung, ob dunkle Schokolade oder Milchschokolade besser schmeckt, diskutierten wir nach ausgiebiger Verkostung gerne. Jede Kakaoschote enthält 50 Kakobohnen. Für eine Tafel Schokolade sind 2 bis 3 Schoten notwendig. Im tropischen Klima wachsen die Früchte das ganze Jahr lang. Der meiste Kakao wird in Ostafrika geerntet, z.B. Elfenbeinküste. Die Schokolade im Weltladen stammt aus Südamerika, z.B. aus Bolivien. Von einem Kakaobaum können 20 Tafeln Schokolade hergestellt werden. Jeder Österreicher isst im Jahr beinahe 10 Kilogramm Schokolade, also die Ernte von 45 Bäumen.

Unser Geld regiert die Welt: Durch bewusstes Einkaufen können auch wir die Strukturen verändern!

Vielen Dank an Beate Scheier, die Geschäftsführerin des Weltladens